Mein Leben mit Hund

by Nati
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Werbung // Da ich hier Marken bzw. Unternehmen nenne, deklariere ich diesen Beitrag als Werbung. Auch wenn ich selbstverständlich keinen Cent dafür bekommen habe.

Mein Leben mit Hund – immer wieder bekomme ich Fragen dazu, deshalb habe ich mir nun endlich die Zeit genommen euch ein bisschen was darüber zu erzählen. Ihr müsst wissen, alles was ich in diesem Beitrag erzähle basiert auf meinen Erfahrungen. Jeder der einen Hund hat oder haben möchte muss seine eigenen Erfahrungen machen oder denkt anders bzw. handhabt gewisse Dinge anders als ich. Allerdings, wenn du dir einen Hund holen möchtest, dann sei dir bitte gewiss, dass dieses Lebewesen extrem viel Zeit und Aufmerksamkeit benötigt und du einfach nicht mehr unabhängig sein wirst – für lange Zeit. Außerdem sei dir sicher das die Umstände passen. Ist dein Vermieter einverstanden und auch deine Nachbarn? Wir sind beispielsweise im Haus rumgegangen und haben Unterschriften gesammelt. Du kannst in den Hund nicht reinsehen und nicht wissen, ob es ein Kläffer oder zahmes Lämmchen sein wird – Pino ist zum Glück letzteres.

Da ein Hund, wie gesagt, viel Zeit in Anspruch nimmt, betrachten wir Pino auch als eine Art Kind. Schließlich begleitet er uns überall hin. Pino ist jetzt seit 1 ½ Jahren bei uns und hat unser Leben bzw. unseren Alltag auf jeden Fall auf den Kopf gestellt. Das war bei den beiden Katzen nicht der Fall. Die sind einfach pflegeleichter 😄.  Zudem hätten wir uns nie für einen Hund entschieden, wenn Basti nicht die Möglichkeit hätte einen Hund mit in die Arbeit zu nehmen und gelegentlich Home-Office zu haben. Ich habe ja nun fertig studiert und weiß noch nicht wo es mich hin verschlägt. Jetzt aber zu den interessanten Infos:

Wieso habt ihr euch für einen Hund entschieden?

Ganz ehrlich: Das war Bastis Idee. Ich war schon immer eine Tierliebhaberin. Von klein auf bin ich mit Katzen aufgewachsen und als ich ungefähr 10 Jahre alt war, hat sich meine Mama einen Hund geholt. Also kannte ich bereits, wie es ist mit beiden zu leben und ich gehöre auch keiner Fraktion an, denn ich liebe beide Wesen. Mit 16 Jahren habe ich mir dann Luca von einem Bauernhof geholt und vor vier Jahren haben wir Mimi von der Straße gerettet. Mir haben zwei Katzen irgendwie gereicht und deshalb kam mir gar nicht in den Sinn, sich noch einen Hund ins Boot zu holen. Bis Basti Ende 2016 dann mit der Idee kam und nicht mehr locker gelassen hatte 😅

 

Woher habt ihr euren Hund?

Für mich stand schon von Anfang an fest, dass wir uns keinen Hund vom Züchter holen. Mir hat es einfach immer das Herz gebrochen, wenn ich im Ausland war und die ganzen Straßenhunde gesehen habe. Also warum nicht die Welt für ein Tier retten, wenn man schon nicht alle Tiere auf der Welt retten kann? Mir war auch wichtig, dass wir das Tier aus dem Heim holen. Natürlich gibt es im Internet diverse Seiten, wie z.B. Ebay, wo man Massenweise (!) Hunde finden kann, unter anderem Welpen. Aber bitte NIEMALS einen Hund oder andere Tiere von dort holen, denn zu oft sind das Schmuggler, die Hunde im Ausland unter schlechten Bedingungen züchten und bei uns teuer verkaufen. Wir leben im Süden von Bayern und haben Pino aus dem Tierheim von Garmisch-Partenkirchen. Das ist ein Ort nahe der Grenze zu Österreich und dieses Tierheim hat immer wieder so viele neue Hunde, da Schleuser an der Grenze aufgehalten werden. Das wollte ich nur mal erwähnt haben.

Welche Rasse ist Pino?

Ein Podenco. Es gibt verschiedene Podencos in allen Größen und Farben. Pino ist von der Größe her ein „Podenco Canario“ – kann es aber nicht mit Sicherheit sagen. Allerdings ist er aus Fuerteventura, wo sie sehr gerne zur Jagd benutzt werden. Allgemein werden Podencos in ganz Spanien noch zur Jagd benutzt und sehr schlecht behandelt. Im Rudel wird immer nur ein Rüde gebraucht und nach ca. 4 Jahren haben sie ausgedient. Deshalb findet man auch auf den SOS-Webseiten der Windhunde so viele Podencos, aber auch Galgos und Co. Solltest du dich für diese Rasse oder Windhund im Allgemeinen interessieren, dann gucke dir unbedingt solche authentifizierten Seiten an. Oft werden sie aber auch von Tierheimen importiert – so wie es bei Pino der Fall war. Glücklicherweise.

Allerdings musst du dir bei der Wahl eines Podencos sehr sicher sein. Ich weiß nicht 100 prozentig, ob ich mich gerade für einen Ersthund noch einmal für einen Podenco entscheiden würde. Bereuen tue ich die Entscheidung keinesfalls, denn ich glaube es gibt keinen liebevolleren und gutmütigeren Hund als Pino. Dennoch sind Podencos bekannt für ihre Sturheit und Starrsinn. Wenn sie keinen Bock haben, dann haben sie eben keinen Bock. Es gibt da natürlich auch noch einmal extreme Unterschiede im Gemüt, denn viele haben mir gesagt, dass sie ihre Podencos gar nicht von der Leine lassen können. Sie würden draußen die ganze Zeit jagen und überhaupt nicht mehr hören. So krass ist es bei Pino zum Glück nicht. Er sucht auch gerne nach Mäusen und würde am liebsten mal ein Eichhörnchen schnappen (wie jeder Hund btw) – aber wenn ich ihn rufe, dann kommt es (meistens) sofort.

Was fütterst du deinem Hund?

Vorneweg: Pino ist nicht vegan. Als wir Pino bekommen haben, hatte er noch Durchfall vom ganzen Stress. Zudem hat er am Anfang bei uns sehr schlecht gegessen und war nicht „futtergeil“, d.h. als wir mit ihm trainieren wollten haben einfache Leckerlis nichts genützt. Also haben wir Käse gekauft, was ihm zum Glück geschmeckt hatte. Hinterher haben wir durch einen Allergietest erfahren, dass Pino nicht nur auf bestimmte Antibiotika allergisch ist (er hatte einen allergischen Schock nach einer Spritze), sondern auch auf Milcheiweis! Kein Wunder also, das zu Beginn das Durchfall-Problem nicht enden wollte. Nachdem das aber vorüber war, wollte ich es mit veganen Futter ausprobieren und habe mir das Trockenfutter bestellt. Pino hat die Hälfte von dem 15 kg Sack gegessen, als er beschlossen hat er geht in den Hungerstreik. Ich sag euch, das war ein Drama! Ich mein er hatte eh schon aufgrund des Durchfalls so abgenommen (an Podencos ist schließlich kaum Fett dran) und dann hat der auch noch das Essen verweigert! Das haben wir eine Woche mitangesehen und dann ging das Testen los, bis wir das ideale Futter gefunden haben und dabei sind wir seitdem geblieben.

Wir mischen Trockenfutter und Nassfutter. Ich weiß, viele sagen es ist nicht so gut, aber Pino hat keinerlei Probleme damit. Beim Trockenfutter war uns wichtig, dass es im Magen nicht so stark aufquellt (was wahrscheinlich der Grund ist, warum man es nicht machen sollte). Dabei haben wir drei verschiedene ausprobiert, indem wir sie in Wasser eingelegt haben. Das Beste, was so gut wie gar nicht weiter aufgeht, ist das Trockenfutter von Platinum¹. Dazu mischen wird dann immer noch etwas Nassfutter von Terra Canis¹ unter. Außerdem wiegen wir das Essen für Pino ab, er soll ja so schön schlank bleiben 😉

Wie oft geht ihr Gassi? Wann muss Pino in der früh raus?

Wenn wir einen normalen Arbeitsalltag haben, dann bekommt Pino zweimal am Tag eine große Runde: morgens und mittags. Am Abend vor dem Schlafen gehen lassen wir ihn noch einmal pinkeln. Allerspätestens muss Pino morgens gegen halb 9 raus. Das ist aber auch schon das Maximum. Allerdings ist er auch sonst dabei, wenn wir unterwegs sind. Das heißt beim Wandern, wenn wir uns mit Familie und Freunden treffen oder auch ab und an im Hundepark.

Deswegen war es auch Bedingung, dass der Hund beim Basti mit in die Arbeit kann, damit Pino eben mittags rauskommt. Hunde brauchen Routine. Das ist so wichtig. Deswegen hat Pino nicht nur seine festen Essenszeiten, sondern auch feste Gassigehzeiten.

 

Haben sich Pino und die Katzen von Anfang an verstanden?

Auch wenn Pino ein Jagdhund ist, differenzieren Podencos zwischen Draußen und zu Hause.  Sie agieren zu Hause ganz anders, deshalb hatten wir auch nicht wirklich bedenken mit den Katzen. Abgesehen davon ist Pino eh einer der keiner Fliege was zu Leide tun kann. Wirklich, ich habe ihn noch nie Knurren oder Bellen gehört (außer er hat zum Spielen aufgefordert) – und das ist das Schöne an diesem Hund. Kein bisschen Aggressionspotenzial und das obwohl ihm so Schlimmes widerfahren ist.

Jedenfalls hat Mimi (links im Bild) ihn von Anfang akzeptiert und die beiden leben ganz gut nebeneinander. Wo es aber immer mal wieder Machtkämpfe gibt, ist zwischen Luca und Pino. Luca lässt sich halt auch zu gerne von Pino ärgern und zeigt ihm, dass er keinen Bock auf ihn hat 😂 – dennoch hat alles ganz gut und vor allem ziemlich schnell geklappt. Das lag aber glaub ich auch an der Methodik. Wir haben Pino die erste Woche nur in einem Zimmer gelassen, im Büro, was auch heute noch sein Rückzugsort ist. So konnten die Katzen sich an seinen Geruch gewöhnen ohne sich gleich bedrängt gefühlt zu haben. Das war auf jeden Fall die klügere Entscheidung. Zudem darf Pino nicht in die Küche, da die Katzen dort ihr Essen haben. Da wir keine Küchentür haben, hatten wir zu Beginn eine Babytür eingebaut, damit Pino merken konnte: „Bis hierhin und nicht weiter.“Heute ist die Tür weg und er geht immer noch nicht in die Küche!

Wie macht ihr das mit Urlaub und Hund?

So viel hat sich noch nicht ergeben, aber vor ca. 2 Wochen sind wir aus unserem ersten gemeinsamen Urlaub mit Hund zurückgekommen. Wir waren in Kroatien und es war wirklich vollkommen unkompliziert. Wir wollen auch in Zukunft vermehrt Urlaubsziele anpeilen, die wir mit dem Auto erreichen können. Sollten wir dann doch mal länger unterwegs sein wollen, dann werden wir Pino in eine Hundepension geben. Dort kümmert man sich schließlich rund um die Uhr um die Tiere und sollte kein Problem darstellen.

 

Wo kann man Urlaub mit Hund machen?

So genau kann ich das noch nicht sagen, aber Kroatien als Urlaubsort kann ich sehr empfehlen. Wir hatten auch Sardinien angepeilt, da man dort Hunde positiv gegenübergestellt ist. Ansonsten meiner Meinung nach alles was man mit dem Auto gut erreichen kann. In Deutschland und Österreich hat man auch sehr oft die Möglichkeit Pensionen zu mieten, in welchen Hunde erlaubt sind – und Campen ist sowieso nie ein Problem mit Hund.

Wart ihr in der Hundeschule?

Nein, waren wir nicht. Wir hatten es wirklich vor und wollten auch gleich zu Beginn gehen. Aber Pino hat sich so gut bei uns gemacht und sehr schnell gelernt, weshalb wir ihm selber alles beigebracht haben. Er ist einfach sehr schlau und mit der nötigen Konsequenz, die man bei Hunden einfach aufbringen muss, haben wir das sehr gut alleine hinbekommen. Das Einzige was nicht so gut klappt ist, wenn uns andere Hunde über den Weg laufen. Pino ist sehr sozial und will am liebsten mit allen Hunden gut Freund sein, aber das wird auch immer besser 😊

 

Ich könnte wahrscheinlich noch eine Menge mehr aus dem Leben mit Hund (und Katz) erzählen, denn ich liebe es einfach sehr und möchte sie auch nicht mehr missen. Also sollte deine Frage noch nicht beantwortet worden sein, dann stelle sie mir gerne in den Kommentaren!

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3 comments

Simone 11. März 2019 - 15:40

Was für ein hübscher Bursche!
Wir haben uns auch zu unserem Mischlingsrüden vor ein paar Monaten noch eine Podenca dazugeholt. Und dazu noch die Katzen ;-D Die Tierheime hier in Spanien sind so voll, und plötzlich hat man viel mehr Tiere als man ursprünglich jemals haben wollte. Ich möchte aber keinen von unseren haarigen Mitbewohnern missen. Das Leben mit ihnen ist einfach toll!

Reply
Marieke 5. September 2018 - 11:10

Liebe Nati,
was für ein schöner Beitrag! Langfristig gesehen möchte ich auch gerne einen Hund haben. Mal schauen, wann sich das umsetzen lässt!

Viele Grüße, Marieke

Reply
Nati 15. Oktober 2018 - 23:02

Hallo Marieke,

vielen Dank für dein Feedback! Ein Hund ist schon was tolles, allerdings muss man sich das wirklich gut überlegen. Hoffe du findest irgendwann die Zeit und kannst dir einen treuen Begleiter in die Familie holen 😊

LG Nati

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