Alles rund um das Thema Kaffee

by Nati

Heute ist der internationale Tag des Kaffees und deshalb dreht sich hier alles rund um das Thema Kaffee!

Wenn du mir vor 5 Jahren gesagt hättest, dass ich zu einem regelrechten Kaffee-Junkie mutiere, dann hätte ich dich wohl ausgelacht. Bei mir gab es nur Tee und das morgens, mittags sowie abends. Aber irgendwann haben wir eine Kaffeemaschine geschenkt bekommen und dann wurde aus einem Gelegenheits-Käffchen ein richtiges Ritual.

Die Kaffeemaschine haben wir mittlerweile verbannt (da einfach zu viel Müll) und stattdessen gegen einen Espressokocher ausgetauscht. Naja, und der Milchschaum darf natürlich auch nicht fehlen! Dazu aber später mehr

Was ist Kaffee?

Kaffee ist ein koffeinhaltiges Getränk und wird aus gerösteten sowie gemahlenen Kaffeebohne hergestellt. Die Bohnen werden in 70 Ländern angebaut, wobei hauptsächlich die beiden Bohnen Arabica und Robusta gehandelt werden.¹

Die Kaffeepflanze stammt ursprünglich aus Äthiopien. Damals wurden die Blätter sowie die getrockneten Kirschen zunächst nur aufgegossen, bis der Kaffee in das Osmanische Reich und später dann in die Türkei gelangte. Dort entsprach die Zubereitung der Bohne stark unserer heutigen Art.

Als Reise-Souvenier gelangte der Kaffee schließlich nach Europa, wo er sich im 17. Jahrhundert in London, Venedig und Paris etablierte. 1673 eröffnete das erste deutsche Kaffeehaus in Bremen.²

Darum fairer Kaffee

Faire Arbeit und Lohn

Kaffee wird vor allem in ärmeren Ländern, wie zum Beispiel Äthiopien, Brasilien oder Guatemala angebaut. Beim konventionellen Anbau erhalten die Arbeiter kaum Anteil von dem was der Kaffee einbringt. Bei einem fair hergestellten Kaffee ist das anders. Die Arbeiter bekommen einen Mindestlohn, unabhängig von den Marktpreis-Schwankungen sowie Menge der Ernte.³

Faire Produktion steht außerdem für das Verbot von Kinderarbeit. Nur 10 % des deutschen Kaffees ist fair produziert,⁴ d.h. in allen nicht zertifizierten Produkten kann (muss aber nicht) Kinderarbeit stecken. Da die Bauern oftmals sehr schlecht für ihre tägliche Arbeit bezahlt werden, helfen ihnen ihre Kinder bei ihrer Arbeit. In Guatemala werden für 100 Pfund 36 Quetzal (ca. 3 €) gezahlt – zum Essen werden 30 – 40 Quetzal benötigt. Oft schaffen es die Bauern inklusive der Hilfe ihrer Kinder nicht einmal auf 100 Pfund.⁵

Nachhaltiger

In der Regel beinhalten die Kriterien für fairen Kaffee auch den verantwortungsvollen Umgang mit Ressourcen. Es soll weniger Wasser verwendet werden und Müll produziert werden. Darüber hinaus werden Bauern dazu ermutigt, auf erneuerbare Energien umzusteigen und der Einsatz vom bestimmten chemischen Mitteln wird verboten.⁶

Diese Mindeststandards müssen erfüllt werden⁷
  • Faire Preise
  • Transparenz beim Geld-, Waren- und Handelsfluss
  • Verantwortungsvolle und transparente Handelsbeziehungen
  • Soziale Arbeitsbedingungen und demokratische Organisation
  • Gleichberechtigung von Frauen und Verbot von Kinderarbeit
  • Verbot von chemischen Dünger und gentechnisch manipulierter Saat
  • Unterstützung beim biologischen Anbau

Die Siegel und Label für “fair”

Leider ist der Begriff “fair” im Gegensatz zu “bio” nicht rechtlich geschützt. Deshalb muss man bei den Siegeln genau hinsehen.⁸

  • WFTO: Die World Fair Trade Organization vergibt ein Fairhandels-Label und überprüft Produkte sowie Unternehmen
  • TransFair: Feste Mindestpreise und Prämien für Gemeinschaftsprojekte. Zwangs- und illegale Kinderarbeit sind verboten. Mischprodukte müssen zu 20% fair gehandelt sein
  • Fair for Life: Komplette Rückverfolgbarkeit und Einhaltung sozialer sowie Umweltkriterien
  • Naturland Fair: Fair und bio gehandelte sowie lokale Produkte, können mit diesen Label zertifiziert sein
  • GEPA: Alle Produkte werden zu fairen Preisen und Bedingungen verkauft. Von WFTO geprüft
  • WeltPartner: Steht ebenfalls für faire Bedingungen und Handel. Von WFTO geprüft

Darum Bio Kaffee

Biodiversität

Kaffee wächst auf natürliche Weise im Schatten von hohen Bäumen. Dies wird auch beim Bio-Anbau sichergestellt, indem die Kaffeepflanze neben Kakao, Zuckerrohr, Banane, Kokosnuss oder auch Avocado wächst. Diese hohen Bäume spenden den empfindlichen Kaffeepflanzen ausreichend Schatten, wodurch sie auf natürliche Weise langanhaltenden Ertrag generieren.

Der konventionelle Anbau sorgt auch beim Kaffee für Monokultur, indem Sorten entwickelt wurden, die keinen Schatten mehr benötigen. Zwar ist der Ertrag weniger, aber dadurch steht den großen Erntemaschinen nichts mehr im Weg. Der Nachteil – Flora und Fauna leiden darunter und manche Tier-und Pflanzenarten sterben gänzlich aus.

Eine Mischkultur sorgt für besseren und furchtbareren Boden. Durch die verschiedenen Pflanzen wird der Boden aufgelockert, wodurch er vor Erosionen schützt und das Wasser besser speichert. Ein weiterer Vorteil vom Schatten ist, dass das Wasser nicht so schnell verdunstet und somit weniger Wasser verbraucht wird.⁹

Ernte

Beim konventionellen Anbau wird die Kaffeekirsche nicht per Hand gepflückt, sondern mit der Erntemaschine. Aus diesem Grund werden die Kaffeepflanzen regelmäßig abgeholzt und eigentlich noch gute und junge Pflanzen sterben. Außerdem werden alle Kaffeekirschen geerntet, d.h. sowohl grüne also auch überreife landen in der Ernte und vermindern somit die Qualität des Kaffees.

Beim biologischen Anbau werden die Kaffeekirschen per Hand gepflückt, wodurch nur die tatsächlich reifen Früchte herausgesucht werden. Diese Methode nennt man auch “Picking” und ist nachhaltiger, umweltschonender und sorgt für eine höhere Qualität des Kaffees. Da man hier mehr Personal sowie Zeit braucht, ist das Endprodukt (verständlicherweise) auch teurer.⁹

Röstung

Konventioneller Kaffee wird bei 500 °C schockgeröstet, weshalb die Kaffeebohne bitter schmeckt. Beim Bio Kaffee wird auf eine schonende Röstung gesetzt und bei niedrigen Rösttemperaturen (max. 200 °C) für eine längere Dauer geröstet. So haben die Bohnen genug Zeit, um die Fruchtsäure zu eliminieren und die gewünschten Frucht- und Aromastoffe zu erzeugen.⁹

Meine Kaffee-Empfehlungen

Zubereitungsmöglichkeiten

Espressokocher
  • Der Espressokocher (auch Mokkakanne) ist die klassische italienische Möglichkeit einen Kaffee zuzubereiten. Eine Crema wie aus einer Siebträgermaschine darf man sich bei der Methode nich erhoffen. Schmecken tut der Kaffee trotzdem lecker!
  • Die Methode: Wasser in den unteren Teil füllen, das Sieb einsetzen, mit Kaffee befüllen und zuschrauben. Bei mittlerer Hitze kochen lassen und wenn es zum zischen anfangt ist der Kaffee fertig. (Achtung: Die Brikka-Kocher arbeiten mit mehr Bar, deswegen weniger Wasser einfüllen!)
French Press
  • Die French Press kommt ursprünglich aus Frankreich, wurde aber von einem Italiener weiterentwickelt. Der Kaffee schmeckt intensiver und voller als aus der Filtermaschine. Hier wird kein Papierfilter benötigt, denn das Metallsieb filtert den Kaffee.¹⁰
  • Die Methode: Grobes Kaffeepulver in die French Press einfüllen, mit heißem Wasser aufgießen, 4 Minuten ziehen lassen und mit dem Sieb herunterdrücken
Filterkaffee
  • Der Klassiker ist und bleibt der Filterkaffee. Hierfür braucht man einfach einen Aufsatz, einen Filter und ein Auffanggefäß. Kleiner Tipp: Den Filter kurz vor der Verwendung mit heißen Wasser durchspülen, um den Papiergeschmack loszuwerden.¹⁰
  • Die Methode: 9 EL feinen Kaffee pro Liter Wasser verwenden. Das Wasser sollte um die 80 – 90 Grad haben. Zunächst den Kaffee mit ein wenig Wasser bedecken und für 1 Minute quellen lassen und danach in 100 ml Schritten nachgießen.
Aero Press
  • Diese Methode des Kaffeebrühens wurde 2005 von einem NASA-Wissenschaftler entwickelt. Die Methodik erinnert an eine Mischung aus French Press und Filterkaffee. Dadurch, dass alle Kaffeepartikel mit Wasser in Verbindung kommen, entfalten sich die Aromen viel stärker als beim herkömmlichen Filterkaffee.
  • Die Methode: 17 g groben Kaffee auf 220 ml Wasser verwenden. Den Papierfilter in den Filterhalter legen und ebenfalls kurz mit heißem Wasser ausspülen. Den Brühzylinder auf eine Tasse setzen, Kaffee einfüllen und das Wasser in kreisenden Bewegungen bis zur Nummer 4 füllen. Rühren und dann den Presskolben aufsetzen. 1,5 Minuten warten, abnehmen und noch einmal rühren. Kolben wieder aufsetzen und ganz langsam herunter pressen
Mokkakanne (Cezve Kanne)
  • Die Zubereitung in der Mokkakanne aus Messing oder Kupfer ist die wohl älteste Zubereitungsart. Traditionell wird der Kaffee so in der Türkei, Griechenland und im Balkan getrunken. Da der Kaffee in der Kanne aufgekocht und mit Satz ausgegossen wird, muss der Kaffee noch feiner als für Espresso sein.
  • Die Methode: Eine oder zwei Mokkatassen Wasser, einen TL Zucker sowie 1 TL Kaffee pro Tasse in die Kanne geben. Einmal gut rühren und auf den Herd stellen. Auf niedriger Temperatur für 3 Minuten erhitzen. Sobald der Kaffee ein wenig aufschäumt kann er getrunken werden

Pflanzenmilch – Der beste Milchschaum für deinen Kaffee

  • Sojamilch: Die Zusammensetzung ist der Kuhmilch am ähnlichsten. Der Schaum bleibt perfekt stehen und ist schön cremig.
  • Hafermilch: Ohne einen Schuss Pflanzenöl entsteht leider kein Milchschaum. Geschmacklich ist diese Alternative mittlerweile richtig beliebt im Kaffee
  • Mandelmilch: Sie garantiert ebenfalls einen schönen und langanhaltenden Schaum. Allerdings flockt die Milch bei zu saurem Kaffee
  • Cashewmilch: Diese bildet, dank ausreichen Proteinen in der Nuss, einen richtig schönen Schaum. Der Geschmack der Milch in Kombination mit dem Kaffee ist genial!
  • Erbsenmilch: Wie bei der Sojabohne handelt es sich auch hier um eine Hülsenfrucht, weshalb die enthaltenden Proteine für einen cremigen Schaum sorgen

Fazit

Auch wenn ich mittlerweile richtig gerne Kaffee trinke und es schon so etwas wie ein kleines Ritual meines Tages ist, soll es trotzdem etwas besonderes sein. Ich will das Produkt wertschätzen und sicher gehen können, dass die Bauern die für meinen Genuss sorgen fair vergütet und behandelt, Kinderarbeit nicht unterstützt und ein natürlicher, umweltfreundlicher Anbau betrieben wird.

Im Nahrungsmittelsektor läuft viel falsch, aber wir haben die Möglichkeit den Ärmeren eine Stimme zu geben. Achte auf die richtigen Siegel und du bekommst nicht nur eine bessere Qualität, sondern ermöglichst anderen ein besseres Leben.

 

 

Quellen:

  1. https://www.lebensmittellexikon.de/k0000180.php
  2. https://www.coffeecircle.com/de/e/kaffee-geschichte#:~:text=Anerkannt%20ist%2C%20dass%20die%20Kaffee,Chr.
  3. https://utopia.de/ratgeber/fair-trade-kaffee/
  4. https://www.mainpost.de/ueberregional/politik/brennpunkte/Wie-Kinderarbeit-Kaffee-und-Kakao-bitter-macht;art112,10392119
  5. https://www.fairtrade.de/cms/media/pdf/Kleine_Haende_ernten_Kaffee.pdf
  6. https://utopia.de/ratgeber/fair-trade-kaffee/
  7. https://www.happycoffee.org/blogs/kaffeemarkt/fairtrade-kaffee
  8. https://www.zdf.de/nachrichten/heute/fairen-kaffee-kaufen-aber-wie-100.html
  9. https://www.happycoffee.org/blogs/kaffeemarkt/bio-kaffee
  10. https://utopia.de/ratgeber/kaffeezubereitung-espressokocher-french-press/
  11. Vekoren: Kaffee Vektor erstellt von freepik – de.freepik.com

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2 comments

Eli 4. November 2020 - 12:24

Kaffee gehört für mich mittlerweile auch fest zu meinen Morgenritualen. Ich kaufe auch ausschließlich Bio und Fairtrade. Ich finde, dass man den Unterschied auch wirklich schmeckt.

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Nati 10. November 2020 - 20:03

Hi Eli, same here! Und ich finde es schön, dass du da auch so stark drauf achtest 😊

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