Straßenhunde auf Sri Lanka und die Dog Care Clinic

by Nati
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Ich habe bereits in meinem Sri Lanka Reisebericht das Thema Straßenhunde auf Sri Lanka und die Dog Care Clinic angesprochen. Da mir das Thema allerdings sehr am Herzen liegt, dachte ich mir ich widme dem Ganzen einen eigenen Beitrag.

In Deutschland scheint es für uns normal zu sein, dass es den Hunden gut geht. In der Regel gibt es keine Straßenhunde, da diese sofort zum Tierschutz gebracht werden. Auf unseren Straßen muss also kein Hund um’s überleben kämpfen. Dass das natürlich nicht in jedem europäischen Land der Fall ist, ist klar. Man muss sich nur die Situation in Rumänien, Spanien, Griechenland und vielen anderen Ländern ansehen.

Dennoch, nachdem ich schon häufiger in Asien unterwegs war, fällt mir ganz besonders in diesen Ländern die Population der Hunde auf und damit verbunden, ihr (oftmals schlechtes) Wohlbefinden. Egal, ob in Thailand, Laos, Philippinen oder jetzt Sri Lanka – Straßenhunde gehören hier zur Normalität. In dem einen Land geht’s ihnen vielleicht schlechter als in dem anderen, aber dennoch muss unbedingt etwas verändert werden. Es muss ein Umdenken in den Köpfen der Menschen geschaffen werden.

Sri Lankas Straßenhunde

Hier möchte ich euch ein bisschen was über die Situation der Straßenhunde auf Sri Lanka erzählen. Es gibt schätzungsweise 22 Millionen Singhalesen und 40 Millionen Straßenhunde. Das heißt auf jeden Einwohner kommen ungefähr zwei Hunde – und ganz ehrlich, das fällt einen auch auf. So gut wie jedes Grundstück hat 2-3 Hunde gehabt, dabei hat es keine Rolle gespielt, ob es ihre eigenen waren oder nicht.

Mir persönlich sind die meisten Hunde nicht negativ aufgefallen. Das mein ich gar nicht vom Verhalten, denn sozial und lieb waren sie ausnahmslos alle. Ich meine ihre Gesundheit. Gerade auf den Philippinen hatten viele Hunde extrem mit Leishmaniose zu kämpfen. Das war auf Sri Lanka, zumindest hatte ich den Eindruck, nicht so schlimm verbreitet. Trotzdem hatten einige richtig schlimm Räude und waren bereits ganz steif. Viele Hunde hatten auch Verletzungen von Straßenverkehrsunfällen davon getragen und andere waren wiederum die Leidtragenden der Nachbarschaftsstreite.

Was die Nahrung betrifft, kann man als Tourist schnell mal dein Eindruck gewinnen, dass es den Hunden sehr gut geht. An vielen Stellen wird Trockenfutter gestreut oder Schalen mit Reis bereitgestellt. Man hat schnell den Eindruck gewonnen: Irgendwo finden die Hunde schon etwas. Und dennoch darf man sich nicht blenden lassen. Die Hunde sind mangelernährt, bleiben oft klein und die Welpen verhungern, weil die Mutterhündin sie nicht versorgen kann oder selbst krank ist. Es war keine Seltenheit, dass Welpen schon früh alleine unterwegs und auf sich selbst gestellt waren.

Dog Care Clinic

Der letzte Stop unserer Reiseroute war die Gegend Unawatuna. Hier befindet sich auch die Dog Care Clinic, welche 2007 von der Deutschen Marina Möbius in’s Leben gerufen wurde. Sie wollte sich zunächst ein Feriendomizil auf Sri Lanka bauen, aber sie konnte nicht über das Leid der Tiere hinwegsehen. Sie nahm immer mehr Hunde auf, um sie aufzupäppeln und nach und nach entwickelte sich daraus die Dog Care Clinic. Heute leben ca. 200 Hunde auf dem Anwesen, welches immer weiter ausgebaut wird und in das sie ihr ganzes Geld steckt, welches sie mit ihre Unternehmen in Deutschland erwirtschaftet. Sie trägt über 80% der laufenden Kosten alleine.

Als wir in der Klinik angekommen sind, durften wir eine kostenlose Führung durch alle Räumlichkeiten und das Anwesen machen. Wir konnten uns beispielsweise den OP-Raum oder das Gehege für behinderte Hunde und das der Welpen ansehen. Jene Hunde welche alt, krank oder behindert sind, weil sie ein amputiertes Bein haben oder  Querschnittsgelähmt sind, finden hier ein dauerhaftes Zuhause und eine Rundumbetreuung. Den ganzen Tag kümmert sich jemand um das Gehege und macht regelmäßig sauber. Jeden Morgen gibt es mit den behinderten Hunden ein viertel Stunde Schwimmtraining im Pool, damit die Muskulatur der Beine aktiv bleibt und zusätzliche Massagen.

Für alle anderen, welche wieder gesund sind und kastriert wurden gibt es das 50+ Programm. Dieses wurde eingeführt, damit die Hunde wieder die Möglichkeit bekomme aus der Klinik herauszukommen. Aus finanziellen, aber auch aus Platzgründen, kann die Klinik nicht alle Hunde aufnehmen. Deshalb haben sie ein Programm entwickelt in welchem die älteren Menschen den Hunden ein schönes restliches Leben bescheren können und dafür auch noch bezahlt werden. Da die Rente natürlich unfassbar schlecht ausfällt nehmen recht viele dieses Angebot an. Pro Hund bekommen sie 15000 LRK (ca. 80 €) im Monat. Davon sollen sie die Verpflegung für den Hund bezahlen und den Rest haben sie für sich selbst zur Verfügung. Dieses Programm ist nicht nur eine Win-Win-Situation für Hund und Mensch, sondern es bietet die Möglichkeit ein Bewusstsein für das Tier zu schaffen. Durch dieses Programm konnten bereits tausende Hunde vermittelt werden.

Außerdem kastriert die Dog Care Clinic kostenlos Tiere (darunter auch z.B. Katzen) und stellt die Medikamente jenen kostenlos zur Verfügung, welche sie sich nicht leisten können. Wenn du in der Gegend Hunde mit einem Loch im Ohr siehst, dann ist das ein Hund der von der DCC kastriert wurde und wieder freigesetzt wurde. Stationär werden in der Klinik nur Hunde aufgenommen, allerdings machen sie auch bei anderen Tieren keine Ausnahme und haben sogar schon Affen ambulant behandelt. Daneben kümmern sie sich noch um die Hunde, welche auf der Straße leben und füttern sie im Umkreis von 20 km der DCC.

Falls du dich jetzt fragst, ob man einen Hund mit nach DE nehmen kann, dann schlag dir die Ideen am besten gleich wieder aus dem Kopf. Ich habe mir gefühlt bei jedem Hund gedacht, wie gern ich ihn mitnehmen würde, aber alleine die Transportkosten sind nahezu unbezahlbar. Du brauchst sämtliche Dokumente vom Amt zur Einführung und dann muss der Hund bei Einlieferung in Quarantäne. Oft tragen die Hunde schon unheilbare Krankheiten mit sich und leider kam es schon vor, das welche nach ca. einem Jahr in DE gestorben sind. Deshalb empfehlen sie die Mitnahme nicht, verbieten es aber auch nicht.

Ein Tropfen auf dem heißen Stein

Natürlich ist das alles ein Tropfen auf dem heißen Stein, aber irgendwer muss einfach damit anfangen ein Bewusstsein für den Umgang mit den Tieren und die Eindämmung der Population zu schaffen.

Als wir mit der Mitarbeiterin der DCC geredet haben, hat sie uns mit Tränen in den Augen von so einigen Geschichten erzählt. Geschichten die du als normaler Tourist zum Beispiel nicht erleben würdest. So ist zum Beispiel ein Hund mit einer frischen, Handflächen großen Wunde im Rücken an uns vorbei gelaufen. Dieser Hund war Opfer eines Nachbarschaftsstreits und ihm wurde aufgrund dessen ein Stück Haut herausgeschnitten. Ein weiteres Problem ist,  dass sich die Einheimischen auf dem Buddhismus ausruhen und sagen, dass Kastration nicht im Sinne der Natur ist. Lieber lassen sie die Hunde verhungern, weshalb es den Straßenhunden auch oft besser geht als den Haushunden.

So kannst du helfen

Wie oben bereits erwähnt, trägt Marina Möbius über 80% der Kosten alleine. Mit jedem Hund das vermittelt wird steigen natürlich auch die laufenden Kosten. Hinzu kommen die Ausgaben für Medikamente, Futter, Operationen, Kastrationen und die Löhne der Mitarbeiter. Um das alles auch weiterhin stemmen zu können, ist die DCC auf Spenden angewiesen.

Du hast folgende Möglichkeiten zu spenden: 

  • Spendenkonto:
    • BIC: SOLADES 1 VSS
    • IBAN: DE 6769 4500 6501 5096 9221
  • PayPal (über die Website)
  • SMS: DCC2 (2€) oder DCC5 (5€) an die 81190

Was ihnen natürlich auch sehr hilft, ist eine Patenschaft für einen Hund. Als ich eben auf der Dog Care Clinic Webseite unterwegs war sind mir die Tränen in die Augen geschossen. All diese berührenden Geschichten der unschuldigen Seelen zu lesen, es bricht mir einfach das Herz.

Deshalb, wenn ihr gerne etwas gutes tun wollte und euch bei vielen Organisationen einfach nicht sicher seid – hier habt ihr die Garantie, dass euer Geld für den guten Zweck verwendet wird.

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